Ein Team der University of Connecticut hat eine mehrschichtige Hülle für Boten-RNA entwickelt. Sie soll den Wirkstoff vor dem Abbau schützen und ihn gezielt in bestimmte Zellen bringen. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift ACS Nano.
Im Inneren steckt die mRNA in einem Fettbläschen. Darum liegen weitere Schutzschichten, darunter ein Gerüst aus Zinkverbindungen. An der Außenseite sitzen Moleküle, die an Zellrezeptoren andocken können. Erst in der Zelle sollen Säure und Enzyme die Hülle öffnen. In Tests funktionierte das Verfahren in Zellkulturen und bei Mäusen mit Brusttumoren. Außerdem bremste eine mRNA gegen Vogelgrippe die Vermehrung des Virus in infizierten Säugerzellen.
Die Kapseln hielten die mRNA laut Studie bei Raumtemperatur etwa 14 Tage stabil, bei minus 20 Grad mehr als 100 Tage. Das könnte Lagerung und Transport künftig erleichtern.
Für Patienten in Ulm und anderswo ändert sich zunächst nichts: Die Methode ist noch keine zugelassene Therapie. Bevor sie eingesetzt werden kann, sind weitere Untersuchungen nötig, etwa zu Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen.


