Das Jubiläum zum Baubeginn des Ulmer Münsters soll auch die jüdische Geschichte der Stadt aufgreifen. Damit geht es nicht allein um Architektur und die Bedeutung der Bürgerkirche, deren Grundstein am 30. Juni 1377 gelegt wurde.
Im Mittelpunkt stehen nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen auch Erfahrungen von Ausgrenzung und Verfolgung. Jüdisches Leben ist in Ulm seit dem Mittelalter belegt. Die Geschichte der Gemeinde war jedoch immer wieder von Gewalt und Vertreibungen geprägt.
Eine Verbindung zum Münster zeigen erhaltene Grabsteine jüdischer Ulmerinnen und Ulmer. Mindestens ein solcher Stein wurde im Mittelalter für das Bauwerk umgenutzt. Heute erinnert ein ausgestellter Grabstein im Münster an diese Geschichte. Auch das Israel-Fenster über dem Eingang verweist auf die Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen im Nationalsozialismus.
Das Jubiläum soll damit neben dem Bauwerk selbst auch die Verantwortung sichtbar machen, die mit seiner Geschichte verbunden ist.


