Überschrift: Halles Ansatz soll Alzheimer und ALS besser unterscheiden
Forschende der Universitätsmedizin Halle haben ein Bluttest-Verfahren entwickelt, das Alzheimer besser von ALS unterscheiden soll. Dafür erhielten sie den mit 20.000 Euro dotierten Theo-und-Friedl-Schöller-Preis 2026.
Bisherige Bluttests messen etwa das Eiweiß pTau217. Erhöhte Werte können früh auf Alzheimer hinweisen, treten aber auch bei ALS auf und können falsch positive Befunde verursachen. Das Hallenser Team trennt vor der Messung eine Tau-Form ab, die vor allem aus dem Gehirn stammt. So soll der Test genauer zeigen, ob Veränderungen zu Alzheimer passen.
In der Studie wurden Blutproben von 315 Personen ausgewertet: 101 mit Alzheimer, 139 mit ALS und 75 Kontrollpersonen. Mit dem zusätzlichen Schritt waren die Werte nur bei Alzheimer erhöht.
Für Patientinnen und Patienten in Ulm und anderswo ändert sich vorerst nichts: Das Verfahren gehört noch nicht zur Routineversorgung. Es muss standardisiert und in größeren unabhängigen Gruppen geprüft werden. Denkbar ist der Einsatz zusätzlich zu Bluttests, wenn deren Ergebnis nicht zum Krankheitsbild passt. Eine präzisere Abklärung könnte bei der Auswahl für neue Alzheimer-Therapien helfen.


