Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge nahe Urda in der zentralspanischen Provinz Toledo sind mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 weitere wurden verletzt. Rettungskräfte suchten in der Nacht zum Donnerstag, 29. Oktober, weiter in schwer beschädigten Waggons nach möglichen Opfern.
Nach Angaben des spanischen Verkehrsministers waren beide Züge nach einer Störung der Kommunikationstechnik zunächst automatisch stehen geblieben. Dennoch erhielt der Renfe-Zug demnach die Freigabe zur Weiterfahrt und prallte auf einen Zug des Unternehmens Iryo. Ob und in welchem Umfang menschliches Versagen zum Unglück beigetragen hat, sollen Ermittlungen klären.
In Madrid protestierten rund 1.500 Menschen vor dem Transportministerium. Dabei kam es laut TVE zu Ausschreitungen; die Polizei setzte Tränengas ein. Zu der Kundgebung hatten auch rechtsgerichtete Gruppen aufgerufen.
Der Verkehr zwischen Madrid und Andalusien ist unterbrochen. Angaben zu deutschen oder anderen ausländischen Opfern gab es zunächst nicht. Reisende aus Ulm und der Region mit geplanten Spanienfahrten sollten ihre Verbindungen bei Bahn- oder Reiseanbietern prüfen.


