Owen Ansah ist Europameister über 200 Meter. Der 25-Jährige gewann in Birmingham vor Großbritanniens Zharnel Hughes und dem Italiener Eseosa Desalu. Doch der Titel könnte später aberkannt werden: Die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland führt gegen ihn ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Regeln.
Im Mittelpunkt steht eine unangekündigte Kontrolle Anfang Juli. Ansah soll die Abgabe einer Probe abgelehnt haben. Nach den Regeln kann bereits eine verweigerte Kontrolle als Verstoß gelten und schwere Sanktionen nach sich ziehen. Die NADA prüft den Vorgang. Ansah ist nicht vorläufig gesperrt.
Der Sprinter erklärt, er sei vor einem Flug zu einem Wettkampf unter Zeitdruck gewesen. Der Kontrolleur habe außerhalb seines gemeldeten Testzeitfensters geklingelt. Nach Ansahs Darstellung gab es keine Möglichkeit, die Probe auf dem Weg zum Flughafen abzugeben. Ein Sportrechtler sah beim Ablauf mögliche Versäumnisse auf beiden Seiten.
Für Leichtathletik-Fans auch in Ulm bleibt der EM-Sieg damit zunächst gültig, sein Ausgang ist aber offen. Die NADA muss entscheiden, ob ein Regelverstoß vorliegt und welche Folgen er hätte.


