Die Baustellen in Ulm treffen viele Innenstadtbetriebe hart. Eine am 13. August veröffentlichte Umfrage weist laut Südwest Presse auf deutliche Verluste bei Kundenzahl und Umsatz hin. Für einzelne Geschäfte kann die anhaltende Schwäche demnach die wirtschaftliche Existenz gefährden.
Händler und Industrie- und Handelskammer verlangen deshalb ein abgestimmtes Gesamtkonzept. Die Stadt müsse die Erreichbarkeit der Innenstadt stärker im Umland bewerben und zusätzliche Anreize für einen Besuch schaffen. Die IHK hatte bereits kostenfreie Nahverkehrssamstage vorgeschlagen. Dazu sollten leicht nutzbare Park-and-Ride-Angebote außerhalb des Zentrums bekannt gemacht werden. Ziel sei es, zu verhindern, dass Kundinnen und Kunden dauerhaft auf andere Einkaufsorte ausweichen.
Im Mittelpunkt steht nun die Frage, wie weit Stadt und Gemeinderat den Betrieben entgegenkommen. Zur Debatte stehen mehr Geld für Werbung und Aktionen sowie weitere Maßnahmen bei Verkehr und Nahverkehr. Der Handel sieht die bisherigen Schritte angesichts der gemeldeten Einbußen als nicht ausreichend an.
Die Stadt verweist auf ihre laufende Baustellenkommunikation. Über eine App und regelmäßige Mitteilungen informiert sie über Bauabschnitte, Sperrungen und Verkehrswege. Bei den Planungen für die Fußgängerzone sollen auch Anlieferung und Erreichbarkeit berücksichtigt werden.
An der langfristigen Aufwertung der zentralen Einkaufsachse hält Ulm grundsätzlich fest. Vorgesehen sind mehr Grün, weniger versiegelte Flächen und eine höhere Aufenthaltsqualität. Wegen der angespannten Haushaltslage beschloss der Gemeinderat im Juli 2025 allerdings, die Neugestaltung auf die Zeit nach 2030 zu verschieben. Offen bleibt, welche zusätzlichen Hilfen die Betriebe bis zum Ende der übrigen Großbaustellen erhalten.
Nach Informationen der Südwest Presse


