Beim ersten Heimspiel der Regionalliga-Saison gegen Kickers Offenbach erleben die Fans Veränderungen im Donaustadion. Der Name der Sportstätte steht nun in Kleinbuchstaben, weiß auf schwarzem Grund. Zudem übernimmt das Ulmer Unternehmen CPN die Bewirtung.
Damit endet die langjährige Arbeit der Gastro-Gesellschaft von Erich Steer. Der frühere Spieler, Trainer und Manager hat den SSV Ulm 1846 über Jahrzehnte in verschiedenen Aufgaben geprägt. Als Manager gehörte er auch zur Führung während des Aufstiegs in die Bundesliga 1999. Später blieben sein Name und die Stadionwurst eng miteinander verbunden.
Befürworter des Wechsels sehen die Neuordnung als überfälligen Schritt. In der Vergangenheit hatten Besucher lange Schlangen und Probleme bei der Versorgung kritisiert. CPN will das Angebot vielfältiger gestalten. Auch bargeldloses Bezahlen soll möglich sein. Wurst und Bier bleiben trotzdem Teil der Bewirtung.
Für Traditionalisten geht es jedoch um mehr als die Auswahl am Verkaufsstand. Sie verbinden Steers Bewirtung mit den Höhen und Tiefen des Vereins. Das einfache Angebot passte für sie zum alten Donaustadion und zu einer Fußballkultur, die nicht auf einen glatten Auftritt setzte. Mit dem neuen Anbieter verschwindet daher ein weiteres vertrautes Stück SSV-Geschichte.
Der neue Schriftzug verstärkt diesen Eindruck. Er gibt dem Stadion einen zeitgemäßeren Auftritt, verändert aber zugleich ein vertrautes Bild. Ob die Neuerungen bei den Zuschauern ankommen, wird sich im Betrieb zeigen. Entscheidend wird sein, ob die Abläufe tatsächlich schneller werden und das neue Angebot die Erwartungen erfüllt, ohne den besonderen Charakter des Donaustadions zu verdrängen.


