Der Schmiechener See liegt derzeit trocken. Bei einem Ortstermin haben Vertreter von Behörden und Kommunen beraten, ob zusätzliches Wasser in das Schutzgebiet geleitet werden könnte. Eine Entscheidung fiel nicht.
Befürworter wollen untersuchen, wie sich der See und seine Lebensräume in trockenen Zeiten stabilisieren lassen. Eine gezielte Wasserzufuhr könnte offene Wasserflächen länger erhalten. Davon könnten Tiere und Pflanzen abhängen, die auf feuchte Bereiche angewiesen sind.
Der See zwischen Schelklingen und Allmendingen ist jedoch kein Gewässer mit gleichbleibendem Pegel. Der flache See wird vom Siegenbach gespeist. Seine Ausdehnung hängt stark vom Niederschlag ab. In nassen Zeiten wächst die Wasserfläche deutlich. In trockenen Jahren bleiben mitunter nur kleine feuchte Stellen zurück. Das Gebiet gehört zum europäischen Schutznetz Natura 2000 und bietet mehreren Wasservogelarten Lebensraum.
Skeptische Fachleute warnen deshalb vor vorschnellen Eingriffen. Trockenphasen gehören zur natürlichen Entwicklung des Sees. Zusätzliches Wasser könnte den Wasserhaushalt, die Wasserqualität und die Zusammensetzung der Arten verändern. Auch frühere Eingriffe haben das Gebiet geprägt. Ein amtlicher Plan nennt steuerbare Veränderungen deshalb nur als mögliche Entwicklung und verlangt begleitende Untersuchungen.
Ob eine Wasserzufuhr sinnvoll und umsetzbar ist, bleibt offen. Die Beteiligten wollen mögliche Folgen für den gesamten Lebensraum prüfen. Erst auf dieser Grundlage kann über weitere Schritte entschieden werden.


