Israels Botschafter Ron Prosor hat nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin vor Gefahren für die jüdische Gemeinschaft gewarnt. Er erklärte am Dienstag, der Aufstieg der Partei zur stärksten Kraft gebe Antisemitismus eine neue politische Bedeutung. Für jüdisches Leben in der Hauptstadt sehe er eine unmittelbare Gefahr.
Prosor forderte die Berliner Linke auf, konkrete und überprüfbare Maßnahmen gegen Israel- und Judenhass in den eigenen Reihen vorzulegen. Es gehe aus seiner Sicht nicht um Einzelfälle, sondern um ein grundlegendes Problem.
Die Linke gewann die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am Sonntag deutlich vor der CDU. Mit Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte sie erstmals das Amt der Regierenden Bürgermeisterin übernehmen. Teile des Landesverbands stehen wegen ihrer Haltung zum Nahostkonflikt und wegen Antisemitismusvorwürfen seit Längerem in der Kritik. Auch der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte der Partei im Wahlkampf antisemitische Grenzüberschreitungen vorgeworfen.
Die Berliner Linke hatte zuletzt nach einem antisemitischen Angriff erklärt, sichtbares jüdisches Leben müsse überall sicher möglich sein. Wie die Partei auf Prosors aktuelle Forderung reagiert, blieb zunächst offen.


