Ein Jahr nach dem Vorfall bei Elbit Systems in Ulm stehen fünf Angeklagte vor dem Landgericht Stuttgart. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihnen vor, in der Nacht zum 8. September 2025 in die Niederlassung eingedrungen zu sein. Im Raum stehen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Der mutmaßliche Schaden liegt laut Anklage bei rund 1,04 Millionen Euro.
Die Ermittlungsbehörde bewertet den Vorgang als Angriff auf ein sicherheitsrelevantes Rüstungsunternehmen. Für die Angeklagten gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung.
Die Verteidigung stellt den politischen Hintergrund in den Mittelpunkt. Sie beruft sich auf Nothilfe und erklärt, die Aktion habe Menschen in Gaza schützen sollen. Zudem kritisiert sie die Untersuchungshaft und die Unterbringung hinter Sicherheitsglas im Gerichtssaal. Das Gericht weist den Vorwurf zurück, vertrauliche Gespräche mit den Verteidigern seien dadurch unmöglich.
Der Prozess läuft seit April. Statt zunächst rund 20 sind inzwischen mehr als 40 Verhandlungstage vorgesehen. Mit einem Urteil wird nach SWR-Angaben erst im Januar 2027 gerechnet.


