Ueberschrift: Fraktion in Erfurt zerbricht nach Wahl zum Baudezernenten
Der Erfurter Stadtrat wählte SPD-Politiker Philippe Wolff zum Baudezernenten. Im zweiten geheimen Wahlgang erhielt er 29 Stimmen, Linke-Amtsinhaber Matthias Bärwolff 21. Wer Wolff unterstützte, ist nicht feststellbar. CDU und AfD haben zusammen rechnerisch 22 Stimmen. AfD-Unterstützung ist daher möglich, aber nicht nachweisbar.
Danach verließen vier SPD-Stadträte die gemeinsame Fraktion SPD & Piraten und wollen eine eigene SPD-Fraktion bilden. Sie erklärten, Wolffs Wahl nicht mittragen zu können; das Vertrauen in die bisherige Fraktion sei zerstört. Grüne und Mehrwertstadt fordern Wolff auf, das Amt nicht anzunehmen.
Wolff nahm die Wahl nach Bedenkzeit an. SPD-Landtagsabgeordnete Janine Merz sagte, er sei nicht Kandidat der SPD-Fraktion, sondern Einzelkandidat gewesen. Der Streit verschärft die Mehrheitsfrage im Stadtrat; die Wahl einer Sozialdezernentin wurde vertagt. Wolff kann das Bauressort erst im Februar 2027 übernehmen, da die Amtszeit seines Vorgängers weiterläuft.
Für Ulm und Umgebung hat der Vorgang keine direkte Folge. Er zeigt aber, wie geheime Wahlen und Fraktionsspaltungen Entscheidungen in Städten erschweren können.


