Eine experimentelle Behandlung hat bei Menschen mit weit fortgeschrittener Retinitis pigmentosa erste Sehleistungen verbessert. In der Studie mit zehn Teilnehmenden reagierten sieben stärker auf Licht, bei sechs galt der Zuwachs als medizinisch bedeutsam.
Die Forschenden schleusten ein Gen in noch vorhandene Nervenzellen der Netzhaut ein. Es soll diese Zellen lichtempfindlich machen. Zusätzlich mussten die Teilnehmenden eine Spezialbrille mit Kamera und Lichtprojektor tragen. Einige konnten damit Gegenstände erkennen, ihren Ort bestimmen und danach greifen. Lesen oder normales Sehen ermöglichte die Behandlung nicht.
Die Untersuchung diente vor allem dazu, die Sicherheit zu prüfen. Bei neun Teilnehmenden traten Beschwerden am Auge auf, meist leicht oder mittelstark. Ein schwerer Vorfall direkt nach einer Injektion klang nach Angaben der Studie innerhalb weniger Minuten ab.
Für Betroffene auch in Ulm und der Region ist das ein möglicher Fortschritt, aber noch keine verfügbare Therapie. Die Studie war klein und ohne Vergleichsgruppe. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, wie zuverlässig der Nutzen ist und wie sicher die Methode langfristig bleibt.


