Das Grünen-Führungsduo Franziska Brantner und Felix Banaszak strebt eine zweite Amtszeit an. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Nachrichten der Grünen-Chefs an die Parteibasis.
„Ich kandidiere erneut als euer Bundesvorsitzender, um mit euch allen unsere Partei für die nächste Bundestagswahl aufzustellen“, schreibt Banaszak demnach in einer Nachricht an seine Unterstützer. Auch Brantner kündigt ihre erneute Kandidatur in einer E-Mail an. Sie bewerbe sich „gemeinsam mit Felix erneut um den Co-Vorsitz unserer Partei“. Zur Wiederwahl stellen müssen sich die Vorsitzenden auf dem Bundesdelegiertenkonferenz genannten Parteitag vom 4. bis 6. Dezember in Berlin.
Die Grünen-Chefs sehen ihre Partei auf Kurs, aber auch vor schwierigen Aufgaben. Banaszak attestiert den Grünen eine neue Kampagnenfähigkeit und Dynamik, aber auch weiteren Reformbedarf. Er wolle die ausstehenden Bausteine einer grünen Erneuerung angehen. Die Partei müsse immer versuchen, das ganze Bild zu sehen und nicht nur den Teil, der in die eigene Agenda passe. Aufgabe der Grünen sei es zudem, den tiefen Vertrauensverlust zu bekämpfen, der das politische System, die politischen Parteien und ihre Vertreter erfasst habe. Auch die Grünen selbst seien betroffen. Die Vertrauenskrise werde von Woche zu Woche größer, wenn nicht umgesteuert werde.
Brantner erklärte, die Grünen müssten die „zentrale Kraft“ sein, die „Orientierung gibt und eine Vision nach vorne entwirft“. Die Grünen wollten der Klimakrise mit Ideen und Teilhabe begegnen, aber auch die Vermögensungleichheit angehen. Ziel sei es etwa, große Vermögen zu begrenzen. Kritisch hinterfragen müssten die Grünen ihren Umgang mit der AfD. Empörung allein habe die AfD nicht verkleinert, schreibt Brantner. Die Grünen müssten daraus lernen und besser werden in der Art, wie sie Politik machen: „näher an den Problemen, die Menschen im Alltag haben, ohne erhobenen Zeigefinger“.
dts Nachrichtenagentur


