Aleksandar Vučić ist als serbischer Präsident zurückgetreten. Damit kann er bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 25. Oktober als Spitzenkandidat seiner Fortschrittspartei SNS für das Amt des Regierungschefs antreten. Bis ein neuer Präsident gewählt ist, übernimmt Parlamentspräsidentin Ana Brnabić das Staatsamt kommissarisch.
Vučićs Partei stellt den Wechsel als Schritt zu einer neuen Regierung nach der Wahl dar. Die Präsidentenwahl soll bis Ende Dezember abgeschlossen sein.
Die Studentenbewegung und prowestliche Oppositionskräfte kritisieren dagegen, Vučić ordne seine Macht neu, statt ihre Forderungen nach Reformen aufzugreifen. Die Proteste hatten sich nach dem tödlichen Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024 ausgeweitet.
Für Ulm und Umgebung hat der Wechsel zunächst keine unmittelbare praktische Bedeutung. Politisch steht die Wahl jedoch auch für die Frage, ob Serbien auf die anhaltende Krise mit einem Machtwechsel oder einer Fortsetzung des bisherigen Kurses reagiert.


