Die Stadt Ulm will ihre Angebote für wohnungslose und von Wohnungsverlust bedrohte Menschen erweitern. Hintergrund ist der höhere Beratungsbedarf: Die Caritas zählte in ihrer Fachberatung 2021 noch 235 Fälle, 2025 waren es 501.
Ab 2027 soll ein Team Betroffene in der Innenstadt gezielter ansprechen und Beratung zu Wohnungslosigkeit, Suchterkrankungen und psychischen Problemen verbinden. Bei der Caritas ist dafür eine zusätzliche Vollzeitstelle vorgesehen. Sie soll mit Ordnungsdienst, Polizei, Gesundheitsdiensten und weiteren sozialen Stellen zusammenarbeiten.
Für kalte Nächte will die Stadt die Paketposthalle weiter als Schutz vor Erfrierungen nutzen. Ab November sind dort 20 bis 30 Schlafplätze geplant. Junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren sollen in der Notschlafstelle NoLa am Trollingerweg bis zu acht Plätze mit sozialpädagogischer Hilfe erhalten.
Außerdem plant Ulm ein ambulant betreutes Wohnangebot mit bis zu acht Plätzen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der Einzug erster Bewohner ist 2027 vorgesehen. Ein Housing-First-Modell prüft die Stadt zunächst auf Kosten, rechtliche Fragen und mögliche Auswirkungen im Wohnumfeld; ab 2028 könnte ein Versuch folgen.


