CSU-Chef Markus Söder hat Spekulationen über einen baldigen Wechsel im Kanzleramt zurückgewiesen. Nach der schweren CDU-Niederlage bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erklärte der bayerische Ministerpräsident, von der CSU werde kein Versuch ausgehen, Friedrich Merz als Bundeskanzler abzulösen.
Söder hält Merz weiter für geeignet, die Bundesregierung zu führen. Ein Austausch löse aus seiner Sicht keine grundlegenden Konflikte: Auch ein Nachfolger müsste mit denselben Schwierigkeiten in der Koalition umgehen. Er rief CDU und CSU dazu auf, geschlossen zu bleiben.
Kritiker innerhalb der Union stellen nach dem Wahlergebnis dagegen Kurs und Führungsstil des Kanzlers infrage. Sie sehen Anlass, die politische Ausrichtung und das Personal neu zu bewerten. Konkrete Schritte für einen Wechsel sind bislang nicht bekannt.
Für Ulm und die Region hat die Debatte zunächst keine unmittelbare Folge. Sie kann aber beeinflussen, wie geschlossen die Bundesregierung arbeitet und ob sie ihre Vorhaben weiterverfolgt. Mit Blick auf die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am 20. September dürfte die Diskussion anhalten.


