Bei einer Gedenkfeier für Ratko Mladić im Haus der serbischen Armee in Belgrad hat am Samstag auch Justizminister Nenad Vujić teilgenommen. Ebenfalls dort war Siniša Karan, Präsident der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina.
Mladić war ehemaliger Militärchef der bosnischen Serben. Das UN-Tribunal bestätigte 2021 seine Verurteilung wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen sowie die lebenslange Haft.
Menschenrechtsgruppen kritisieren die Feier und den Einsatz staatlicher Mittel. Sie sehen darin eine Kränkung der Opfer und ein Hindernis für die Versöhnung. Anhänger stellen Mladić dagegen als nationale Figur dar und lehnen die internationale Bewertung seiner Rolle ab.
Für Leser in Ulm ist der Fall vor allem europapolitisch bedeutsam: Die EU fordert von Serbien die Anerkennung internationaler Urteile und ein Vorgehen gegen die Verherrlichung verurteilter Kriegsverbrecher. Die Beisetzung ist für Montag in Belgrad angekündigt.


