Im Fall des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee haben Ermittler in Kroatien einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Der Zugriff erfolgte demnach in der Stadt Pula durch örtliche Polizeikräfte, wie der Generalbundesanwalt am Mittwoch mitteilte.
Gegen den Beschuldigten Vladimir Z. bestehe der dringende Verdacht des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken. Der Beschuldigte soll nach seiner Auslieferung aus Kroatien dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden.
Es handelt sich wohl ausgerechnet um den Mann, den der Generalbundesanwalt schon einmal im vergangenen Jahr in Polen aufgespürt hatte. Die polnische Justiz hatte ihn aber wieder auf freien Fuß gesetzt.
Am 26. September 2022 war mit vier Sprengungen ein Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines verübt worden. Dabei wurden beide Stränge von Nord Stream 1 und einer von zwei Strängen von Nord Stream 2 abschnittsweise zerstört. Die Nord-Stream-Pipelines liegen am Grund der Ostsee und dienten dem Transport von Erdgas von Russland nach Deutschland, waren aber zum Zeitpunkt des Anschlags nicht in Betrieb. Mittlerweile bestehen bei deutschen Ermittlern kaum noch Zweifel, dass der Anschlag aus der Ukraine geplant wurde.
dts Nachrichtenagentur


