Jean-Luc Mélenchon will Frankreich im Fall eines Wahlsiegs schrittweise aus der NATO führen. Nach seinem Programm soll das Land zuerst das integrierte Militärkommando verlassen und sich anschließend aus der Allianz zurückziehen.
Der Linkspolitiker begründet den Kurs mit dem Ziel einer blockfreien Außenpolitik. Frankreich solle sich nicht militärisch an die USA binden und auf internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Vereinten Nationen setzen. Zugleich greift Mélenchon Deutschlands Einfluss auf die Wirtschaftspolitik der EU an. Er kritisiert vor allem die deutsche Haltung zu strengen Haushaltsregeln und Geldpolitik.
Anhänger einer engen NATO-Bindung sehen das anders: Für sie ist das Bündnis ein zentraler Pfeiler der gemeinsamen Sicherheit in Europa und der Zusammenarbeit mit Nordamerika.
Für Menschen in Ulm und der Region hätte ein möglicher Kurswechsel zunächst keine unmittelbare Folge. Die Debatte ist dennoch auch in Deutschland wichtig, weil Frankreich als großer europäischer Staat die Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa mitprägt. Ob es dazu kommt, hängt vom Ausgang der Präsidentschaftswahl und den politischen Entscheidungen danach ab.


