In der EU sowie in Norwegen und der Schweiz sind in den ersten neun Monaten 2026 deutlich weniger Schutzanträge eingegangen. Nach Daten der EU-Asylagentur wurden 452.969 Anträge registriert. Das sind 24,3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025.
Deutschland verzeichnete 70.257 Anträge und lag damit hinter Frankreich mit 98.822 und Italien mit 78.496 auf Rang drei. Die meisten Antragsteller in Deutschland kamen aus Afghanistan, Syrien und der Türkei. EU-weit stellten Menschen aus Afghanistan, Venezuela und Bangladesch die größten Gruppen.
Befürworter einer strengeren Migrationspolitik sehen im Rückgang einen Hinweis darauf, dass politische Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten wirken. Die EU-Asylagentur nennt für das erste Halbjahr unter anderem Veränderungen bei den Herkunftsgruppen und diese Zusammenarbeit als Faktoren.
Kritiker halten dagegen: Sinkende Antragszahlen sagen nichts darüber aus, ob Fluchtursachen und Schutzbedarf zurückgehen. Auch über Qualität und Dauer der Asylverfahren geben sie allein keine Auskunft.
Für Ulm und die Region lässt sich aus den europäischen Zahlen keine direkte Entwicklung vor Ort ableiten. Weitere Daten müssen zeigen, ob der Trend anhält.


