Der Chef des US-Pharmakonzerns Eli Lilly, Dave Ricks, hält die geplante Standortklausel der Bundesregierung für unzureichend, um den im Sommer angekündigten Investitionsrückzug vom Standort Alzey in Rheinland-Pfalz umzukehren. „Jetzt sprechen wir davon, gegenüber der Ausgangslage etwas besser zu werden. Das begeistert mich nicht gerade“, sagte Ricks dem „Handelsblatt“.
Alexander Horn, Deutschlandchef von Eli Lilly, spricht von einem ersten richtigen Schritt für den Standort Deutschland, sieht aber keine Entlastung. „Die Rahmenbedingungen bleiben schlecht. Was wir brauchen, ist eine echte strukturelle Reform des Gesundheitssystems“, sagte er ebenfalls dem „Handelsblatt“. Insider aus Unternehmenskreisen klagen über zusätzliche Bürokratie. Viele Unternehmen müssten nun zunächst rechnen, ob sie die Voraussetzungen erfüllten. „Diese Kriterien machen die Lage nicht besser und sind nicht im Interesse globaler Unternehmen“, heißt es aus Unternehmenskreisen.
Die Bundesregierung will mit der Standortklausel verhindern, dass ihre Sparpläne Investitionen der Pharmaindustrie in Deutschland bremsen. Unternehmen, die hierzulande forschen, produzieren und investieren, sollen deshalb beim geplanten zusätzlichen Herstellerabschlag von 8,5 Prozent entlastet werden. Wie stark die Entlastung ausfällt, hängt davon ab, welche Kriterien die einzelnen Unternehmen erfüllen.
dts Nachrichtenagentur


