Der Stadtrat in Heidenau entscheidet am Donnerstagabend über einen Antrag, künftig keine neuen Stolpersteine auf öffentlichen Straßen und Gehwegen zuzulassen. Eingebracht wurde er von Mitgliedern der CDU, der AfD und des Bündnisses Oberelbe für mehr Demokratie.
Stattdessen soll auf dem Nordfriedhof ein zentraler Erinnerungsort entstehen oder die vorhandene Gedenkfläche erweitert werden. Die Antragsteller begründen dies damit, dass Passanten auf Gehwegen über die Namen von Opfern des Nationalsozialismus laufen könnten. Sie halten einen zentralen Ort für angemessener.
Die Stadtverwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen. Sie verweist darauf, dass das Gedenken an die Verfolgten des NS-Regimes sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum bleiben solle. Initiativen und Verbände kritisieren ebenfalls den Vorstoß: Ein zentraler Ort könne die Erinnerung aus dem Alltag verdrängen. In Heidenau gibt es bereits Stolpersteine.
Für Ulm und die Region hat die Entscheidung keine unmittelbare Wirkung. Die Debatte zeigt jedoch, dass Kommunen über Formen der Erinnerungskultur vor Ort entscheiden. Das Ergebnis der Sitzung stand zunächst noch aus.


