**Oberbürgermeister Martin Ansbacher hieß am Mittwochmorgen eine Delegation der Sternsinger im Foyer des Ulmer Rathauses willkommen. Im Mittelpunkt der diesjährigen 77. Aktion steht der Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit unter dem Leitmotiv „Schule statt Fabrik“.**
**Feierlicher Empfang in der Ulmer Stadtmitte**
Am Mittwoch, den 7. Januar 2026, verwandelte sich das Foyer des Ulmer Rathauses in einen Ort der Begegnung und gelebten Tradition. Oberbürgermeister Martin Ansbacher nahm sich die Zeit, um eine Gruppe junger Sternsinger persönlich in Empfang zu nehmen. Die Delegation, bestehend aus Kindern und Jugendlichen der Susogemeinde vom Eselsberg, vertrat dabei symbolisch alle Aktiven, die in diesen Tagen im Ulmer Stadtgebiet und im gesamten Alb-Donau-Kreis von Haus zu Haus ziehen. In ihren farbenfrohen Gewändern, die an die Heiligen Drei Könige erinnern sollen, brachten sie den christlichen Segen direkt in das politische Zentrum der Stadt.
**Schwerpunktthema: Schutz vor Ausbeutung**
Die diesjährige Kampagne markiert das 77. Jahr der Aktion Dreikönigssingen und steht unter einem besonders ernsten Motto: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Damit lenken die jungen Teilnehmer die Aufmerksamkeit auf ein Problem, das trotz globaler Bemühungen weiterhin Millionen von Schicksalen prägt. Der Kern der Botschaft ist klar: Bildung ist der einzige nachhaltige Weg, um Kindern eine Zukunft jenseits von Fabrikhallen und gefährlichen Arbeitsplätzen zu ermöglichen. Durch die gesammelten Gelder werden weltweit Projekte unterstützt, die Schulen bauen, Lehrer finanzieren und Familien so stärken, dass sie nicht mehr auf das Einkommen ihrer Kinder angewiesen sind.
**Herausforderungen in Bangladesch im Fokus**
Besondere Erwähnung fand während des Termins die Situation in Bangladesch. Die statistischen Zahlen sind erschütternd: Rund 1,8 Millionen Minderjährige sind dort in den Arbeitsprozess integriert, viele von ihnen in Branchen, die als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Die Sternsinger erläuterten bei ihrem Besuch, dass diese Kinder oft keine Chance auf einen Schulbesuch haben, da die bittere Armut ihre Familien zur Arbeit zwingt. Die Spenden aus Ulm fließen direkt in Organisationen, die vor Ort Strukturen schaffen, um diesen Kindern den Weg zurück in die Klassenräume zu ebnen und sie vor ausbeuterischen Bedingungen zu bewahren.
**Lob für bürgerschaftliches Engagement**
Oberbürgermeister Martin Ansbacher sparte nicht mit Anerkennung für die jungen Gäste. Er betonte, wie wichtig es sei, dass bereits die jüngsten Mitbürger ein Bewusstsein für globale Ungerechtigkeiten entwickeln und aktiv dagegen vorgehen. Das Engagement der Kinder aus der Susogemeinde sei ein leuchtendes Beispiel für gelebte Solidarität in Ulm. Der Oberbürgermeister unterstrich, dass die Sternsinger nicht nur Spenden sammeln, sondern auch als wichtige Botschafter für Kinderrechte fungieren. Ihr Einsatz im Rathaus erinnere die Politik und die Gesellschaft daran, dass Verantwortung nicht an den Stadtgrenzen endet, sondern eine weltweite Dimension besitzt.
**(Ulm TV Redaktion)**

