Die Stadt Ulm setzt auf eine deutliche Stärkung des Radwegenetzes und die Schaffung neuer grüner Achsen. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern, den Klimazielen gerecht zu werden und die Vernetzung der Stadtteile zu optimieren.
Die Stadtverwaltung Ulm hat Pläne für den Ausbau ihrer Infrastruktur für den Radverkehr und für mehr städtisches Grün vorgestellt. Im Fokus steht die Schaffung durchgehender, sicherer und attraktiver Routen, die sowohl Pendler als auch Freizeitradler ansprechen sollen. Besonders die Verbindung vom hochgelegenen Eselsberg, wo sich Universität und Universitätsklinikum befinden, hinunter ins Zentrum und entlang der Donau erhält Priorität. Damit soll der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad attraktiver gemacht und der CO2-Ausstoß im Stadtgebiet reduziert werden.
Konkret werden Abschnitte entlang der Olgastraße und die Verbindung zum Fischergries als wichtige Kernstücke der Neugestaltung genannt. Hier sollen nicht nur breitere und sicherere Radspuren entstehen, sondern auch begleitende Baumalleen und kleine Erholungsflächen, die das Stadtklima positiv beeinflussen. Ein weiteres Projekt sieht die Aufwertung des Donauufers vor, wo neue Grünflächen die Verweildauer erhöhen und gleichzeitig als Frischluftschneisen dienen sollen. Dies ist auch eine Reaktion auf die zunehmenden Hitzetage in der Region.
Die ambitionierten Pläne stoßen in der Bürgerschaft auf gemischte Reaktionen. Während Umweltverbände und viele Radfahrer die Initiativen begrüßen, äußern Anwohner, insbesondere aus der Oststadt, Bedenken hinsichtlich des Wegfalls von Parkplätzen und potenziellen Verkehrsbehinderungen während der Bauphasen. Die Stadtverwaltung betont jedoch, dass ein umfassender Bürgerbeteiligungsprozess geplant sei, um Anregungen aufzunehmen und Kompromisse zu finden, die dem langfristigen Nutzen für alle Ulmer dienen. Die Finanzierung soll über eine Kombination aus städtischen Mitteln und Förderprogrammen des Landes erfolgen.
Die ersten Bauabschnitte könnten bereits Ende des kommenden Jahres beginnen, mit einer vollständigen Umsetzung der Hauptachsen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Langfristig positioniert sich Ulm damit als Vorreiter in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung und Mobilität in der Region. Die Maßnahmen sollen nicht nur die Luftqualität verbessern und den Lärmpegel senken, sondern auch zu einem gesünderen und aktiveren Lebensstil der Ulmer beitragen.
(Ulm TV Redaktion)

