Ulm rückt in den Fokus der Energiewende: Die Stadtwerke Ulm (SWU) planen eine bedeutende Investition in die Produktion von grünem Wasserstoff. Ein hochmoderner 10-Megawatt-Elektrolyseur soll direkt an der Autobahn A8 entstehen und die Region mit nachhaltig erzeugtem Wasserstoff versorgen. Dieses Vorhaben ist Teil einer umfassenderen Landesinitiative in Baden-Württemberg zur Stärkung der Wasserstoffwirtschaft.
Das geplante Projekt der Stadtwerke Ulm sieht vor, Wasserstoff mithilfe von erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft zu erzeugen. Die strategische Platzierung des Elektrolyseurs an der A8 ermöglicht eine effiziente Distribution des produzierten Wasserstoffs, der vorrangig an Industrie- und Verkehrsunternehmen in der Region geliefert werden soll. Darüber hinaus trägt die Anlage dazu bei, die Stromnetze zu entlasten, insbesondere wenn ein Überschuss an erneuerbarer Energie produziert wird.
Die Investition in Ulm ist ein Baustein einer landesweiten Offensive. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat hierfür Fördermittel von über 50 Millionen Euro bereitgestellt, die insgesamt fast 175 Millionen Euro an Investitionen in die Wasserstoffproduktion im Land auslösen. Neben Ulm profitieren sieben weitere Projekte von dieser Anschubfinanzierung. Die acht geförderten Elektrolyseure im Land werden zusammen eine Leistung von 55 Megawatt erreichen.
Umwelt- und Energieministerin Thekla Walker betonte die Bedeutung dieser Projekte als „ersten Meilenstein für die regionale Wasserstoffwirtschaft“. Durch die neuen Anlagen verdoppeln sich die Produktionskapazitäten im Land deutlich. Trotz dieser Erweiterung wird die erzeugte Menge von knapp 0,5 Terawattstunden Wasserstoff pro Jahr zunächst nur einen Bruchteil des prognostizierten Bedarfs decken können. Eine landesweite Bedarfsabfrage für 2026 ermittelte einen Bedarf von 4,7 Terawattstunden, der sich bis 2030 voraussichtlich mehr als vervierfachen wird.
Für Ulm bedeutet dieses Projekt einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung der lokalen Industrie und des Transportsektors. Es festigt die Position der Region als Vorreiter in der Entwicklung und Implementierung zukunftsweisender Energietechnologien und trägt maßgeblich zur Erreichung der Klimaschutzziele bei. Die lokale Wirtschaft wird von der Schaffung neuer Infrastrukturen und der Integration erneuerbarer Energien profitieren, auch wenn ein Großteil des zukünftigen Wasserstoffbedarfs weiterhin durch Importe gedeckt werden muss.
Ulm TV Nachrichten

