**Die umfassende Instandsetzung des Augsburger Perlachturms schreitet voran, wobei die Stadtspitze nun die Bürger über den aktuellen Stand informiert. Am 23. Januar 2026 findet hierzu eine spezielle Veranstaltung im Zeughaus statt, bei der Architekten und Referenten tiefe Einblicke in die komplexen Arbeiten an dem historischen Wahrzeichen geben.**
**Bürgerbeteiligung und Transparenz am Rathausplatz**
Die Stadtverwaltung legt großen Wert darauf, die Bevölkerung bei diesem für das Stadtbild prägenden Projekt mitzunehmen. Oberbürgermeisterin Eva Weber wird den Informationsabend persönlich eröffnen, um die Bedeutung des Perlachturms für die Identität der Fuggerstadt zu unterstreichen. Gemeinsam mit den verantwortlichen Baureferenten und den beteiligten Architekturbüros sollen dabei nicht nur Erfolge gefeiert, sondern auch die baulichen Herausforderungen offen kommuniziert werden. Für die Augsburger ist das Bauwerk seit Jahren ein zentrales Thema, da der Turm bereits seit 2017 aufgrund von Sicherheitsmängeln für den Publikumsverkehr gesperrt ist und seither schrittweise für die Zukunft fit gemacht wird.
**Meilensteine der Sanierung: Von der Kuppel zum Fundament**
Ein wesentlicher Fortschritt wurde bereits im vergangenen Sommer erzielt, als die tonnenschwere Turmzwiebel erfolgreich demontiert wurde. Dieses markante Bauteil dient derzeit als temporärer Informationspavillon direkt auf dem Rathausplatz und ermöglicht es Passanten, das Denkmal aus nächster Nähe zu betrachten. Im Inneren des Turms haben mittlerweile die Entkernungsarbeiten begonnen. Dabei wird das alte, marode Treppenhaus aus Stahlbeton sukzessive entfernt, um Platz für eine zeitgemäße und sicherere Erschließung zu schaffen. Dieser Rückbau erfordert höchste Präzision, um die umliegende historische Substanz nicht durch Vibrationen oder Erschütterungen zu gefährden.
**Technische Meisterleistung in schwindelerregender Höhe**
Um den Materialtransport und die Logistik an dem über 70 Meter hohen Gebäude zu bewältigen, kommt modernste Technik zum Einsatz. Ein spezielles Aufzugsystem mit insgesamt 27 Haltestellen sorgt dafür, dass Arbeiter und Baumaterialien effizient in die verschiedenen Etagen gelangen. Neben dem Austausch der Treppenanlagen steht die aufwendige Instandsetzung des Mauerwerks im Fokus. Fachrestauratoren untersuchen jeden einzelnen Stein der Fassade, um witterungsbedingte Schäden auszubessern und die Langlebigkeit der Renaissance-Architektur zu gewährleisten. Dabei müssen strenge denkmalpflegerische Auflagen erfüllt werden, was die Auswahl der Materialien und die Durchführung der Handwerkskunst zusätzlich verkompliziert.
**Zukunftsaussichten und neue Entdeckungen für Besucher**
Das Ziel der Stadt ist eine feierliche Wiedereröffnung im Herbst 2027. Bis dahin wartet noch eine besondere Überraschung auf die künftigen Besucher: Im Rahmen der Voruntersuchungen wurde ein bisher unbekannter Raum innerhalb des Turms freigelegt. Dieser soll nach Abschluss der Sanierung als zusätzliche Ausstellungsfläche dienen und die reiche Geschichte des Bauwerks multimedial aufbereiten. Nach der finalen Rückkehr der Turmuhr und des Glockenspiels wird der Perlachturm wieder als Aussichtsplattform fungieren und einen Rundumblick bis hin zu den Alpen bieten, womit ein wichtiges Stück Lebensqualität in das Herz der Augsburger Altstadt zurückkehrt.
**(Ulm TV Redaktion)**

