Nach dem großflächigen Zusammenbruch der Energieversorgung in weiten Teilen der Berliner Bezirke Steglitz und Zehlendorf haben die Ermittlungsbehörden neue Erkenntnisse zur Ursache gewonnen. Ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben deutet massiv auf einen vorsätzlichen Anschlag auf die kritische Infrastruktur der Bundeshauptstadt hin. Die Polizei prüft derzeit die Authentizität des Dokuments, das einer linksextremistischen Gruppierung zugeordnet wird.
**Ermittler prüfen politisches Motiv**
Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Untersuchungen übernommen. Ersten Berichten zufolge brüstet sich eine Gruppierung damit, gezielt Kabelverbindungen gekappt zu haben, um den öffentlichen Betrieb sowie private Haushalte lahmzulegen. Die Verfasser des Schreibens kritisieren in dem Text die technologische Überwachung und die aktuelle Energiepolitik. Die Beamten sichern derzeit Spuren an den betroffenen Standorten, um die Angaben in dem Schreiben mit den tatsächlichen Beschädigungen abzugleichen.
**Tausende Haushalte ohne Elektrizität**
Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden und führte zu einer Kettenreaktion im Versorgungsnetz. Rund 10.000 Haushalte sowie zahlreiche Gewerbebetriebe waren über mehrere Stunden vollständig von der Stromzufuhr abgeschnitten. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mussten Notstromaggregate aktiviert werden, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen, da Ampelanlagen ausfielen und Stellwerke kurzzeitig ohne Energieversorgung blieben.
**Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft**
Der Energieversorger konnte die Störung nach intensiven Reparaturarbeiten im Verlauf des Tages beheben. Dennoch bleibt die Besorgnis über die Verwundbarkeit lokaler Netze groß. Experten warnen davor, dass physische Angriffe auf Verteilerstationen und Kabelschächte nur schwer flächendeckend verhindert werden können. Die Berliner Innenverwaltung kündigte an, die Schutzmaßnahmen für sensible Knotenpunkte der Infrastruktur umgehend zu evaluieren und gegebenenfalls zu verschärfen.
**Hintergründe der Gruppierung im Fokus**
Die in dem Bekennerschreiben genannte Organisation ist den Sicherheitsbehörden bereits aus der Vergangenheit bekannt. Sie wird mit ähnlichen Vorfällen in Verbindung gebracht, bei denen technische Anlagen zum Ziel ideologisch motivierter Sabotage wurden. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Rückverfolgung digitaler Spuren des Schreibens sowie auf Zeugenaussagen, die verdächtige Bewegungen im Bereich der betroffenen Leitungsschächte kurz vor dem Stromausfall beobachtet haben könnten.
**(Ulm TV Redaktion)**

