Mit dem bevorstehenden Umzug der Grundschule Nersingen nach Burlafingen rückt für viele Familien ein zentrales Thema in den Fokus: die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg. Um Eltern zusätzliche Sicherheit zu bieten, setzt die Gemeinde auf ein innovatives Pilotprojekt, das moderne Technologie mit dem täglichen Schultransport verbindet.
Im Rahmen dieser Initiative kooperiert Nersingen mit dem lokalen Startup Kidssafe, das sich auf digitale Lösungen zur Erhöhung der Schulwegsicherheit spezialisiert hat. Das Projekt stößt bereits überregional auf Interesse und wird von mehreren Medien begleitet.
Digitale Unterstützung für mehr Sicherheit
Ziel des Pilotprojekts ist es, den Bustransfer der Grundschüler transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. Eltern erhalten für ihre Kinder kleine, handliche Geräte, die während des Schulwegs mitgeführt werden. An definierten Kontrollpunkten werden die Kinder erfasst. Über eine App erhalten die Eltern daraufhin eine Information, dass ihr Kind einen bestimmten Punkt passiert hat – etwa beim Einstieg in den Bus oder bei der Ankunft an der Schule.
Dabei wird ausdrücklich betont, dass es sich nicht um eine dauerhafte Live-Überwachung handelt. Die Technologie ist ausschließlich während der Schulwegphase aktiv.
In der Gemeinderatssitzung erläuterte Erol Cevik von Kidssafe das Konzept ausführlich. Er betonte, dass moderne, sichere Systeme zum Einsatz kommen und der Schutz der sensiblen Daten höchste Priorität habe. „Die Überwachung ist nicht permanent, sondern auf den Schulweg begrenzt. Datenschutz steht für uns an erster Stelle“, erklärte Cevik.
Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung ist das Thema Datensicherheit für viele Eltern ein entscheidender Faktor. Nach Angaben des Unternehmens werden sämtliche Prozesse datenschutzkonform umgesetzt.
Unterstützung aus Gemeinde und Schule
Auch die Schule in Burlafingen unterstützt das Vorhaben. Im Gemeinderat wurde das Projekt positiv bewertet, da es die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler erhöhen könne und für die Kommune kostenneutral bleibe.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Teilnahme ist freiwillig. Eltern entscheiden selbst, ob sie das Angebot nutzen möchten. Diese Freiwilligkeit trägt dazu bei, unterschiedliche Bedürfnisse und Einstellungen im Umgang mit digitaler Technologie zu berücksichtigen.
Start im Herbst
Der Start des Pilotprojekts ist für den Herbst vorgesehen. Dann sollen die ersten Schülerinnen und Schüler den Bustransfer nach Burlafingen mit der neuen Technologie begleiten.
Sollte sich das Modell bewähren, könnte es als Vorbild für weitere Gemeinden dienen, die ebenfalls nach zeitgemäßen Lösungen für einen sicheren Schulweg suchen.
Ein innovativer Ansatz aus der Region
Mit der Wahl als Pilotkommune setzt Nersingen ein Zeichen für Innovationsbereitschaft. Gleichzeitig erhält das regionale Startup Kidssafe die Möglichkeit, seine Lösung unter realen Bedingungen zu erproben. Das Projekt zeigt, wie kommunale Verantwortung, technologische Kompetenz und unternehmerische Initiative zusammenwirken können, um konkrete Herausforderungen im Alltag von Familien zu adressieren.
Ob das Modell Schule macht, wird sich nach der Testphase zeigen – das Interesse ist jedoch bereits jetzt spürbar.
(Ulm TV Redaktion, Stefanie Münzing)


