**Die Stadt Ulm und die Deutsche Bahn bereiten sich auf eine massive Bauphase am Hauptbahnhof vor, die ab Mitte Januar 2026 beginnt. Pendler müssen sich auf weitreichende Zugausfälle, Umleitungen und einen umfassenden Ersatzverkehr mit Bussen einstellen.**
**Umfangreiche Modernisierung der Bahninfrastruktur**
Die anstehenden Baumaßnahmen am Ulmer Hauptbahnhof markieren einen wichtigen Meilenstein in der Erneuerung des regionalen Schienennetzes. Ab dem 13. Januar 2026 werden zentrale Gleisbereiche und Signaltechnik umfassend überholt, um die Betriebssicherheit für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten. Diese Arbeiten sind so tiefgreifend, dass ein regulärer Zugbetrieb auf vielen Gleisen unmöglich wird. Die Verantwortlichen haben deshalb ein detailliertes Baukonzept erarbeitet, das die notwendigen technischen Eingriffe bündelt, um die Gesamtdauer der Sperrungen so kurz wie möglich zu halten. Dennoch wird die Baustelle das Gesicht des Ulmer Bahnverkehrs für mehrere Wochen prägen.
**Geflecht aus Verspätungen und Ausfällen**
Die Auswirkungen auf den täglichen Fahrplan sind immens und betreffen nahezu alle Richtungen des Schienenverkehrs. Betroffen sind nicht nur die Regionalexpress-Züge nach Stuttgart oder Friedrichshafen, sondern auch die für das Umland so wichtigen Regio-S-Bahnen. Viele Linien, wie etwa die RS 2 oder RS 7, können den Ulmer Hauptbahnhof während bestimmter Zeitfenster überhaupt nicht anfahren. In diesen Fällen enden die Züge bereits in Neu-Ulm oder anderen umliegenden Stationen. Auch private Verkehrsunternehmen passen ihre Fahrpläne an das Großprojekt an, was für Fahrgäste bedeutet, dass gewohnte Anschlüsse und Taktzeiten temporär nicht mehr existieren. Besonders in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ist mit einer dünneren Taktung zu rechnen.
**Logistisches Netz aus Ersatzbussen**
Um den Wegfall der Züge zu kompensieren, wurde ein großflächiger Schienenersatzverkehr (SEV) organisiert. Zahlreiche Busse werden im Pendelverkehr zwischen Ulm und den betroffenen Umlandgemeinden wie Erbach, Beimerstetten oder Senden eingesetzt. In Ulm wurde der ZOB West in der Schillerstraße als zentraler Abfahrtspunkt für alle Ersatzverbindungen definiert, um das Umsteigen von anderen Verkehrsmitteln zu erleichtern. Da Busse naturgemäß längere Fahrzeiten haben als Züge, müssen Reisende deutlich mehr Zeit für ihre Wege einplanen. Besonders kritisch wird die Situation in den Nachtstunden zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens eingeschätzt, wenn zusätzliche Buslinien geschaltet werden, um die Lücken im Fahrplan zu schließen.
**Zukunftsorientierte Planung und Bürgerinformation**
Die Bahn betont, dass diese Eingriffe trotz der hohen Belastung für die Fahrgäste unumgänglich sind, um das Netz zukunftsfähig zu machen. Ein leistungsfähiger Bahnhof in Ulm ist das Rückgrat der regionalen Mobilitätswende. Damit die Bürger nicht unvorbereitet von den Änderungen getroffen werden, wurden alle Baustellenfahrpläne bereits in die digitalen Informationskanäle und Apps integriert. Dennoch wird empfohlen, vor jeder Fahrt eine aktuelle Abfrage durchzuführen, da es kurzfristig zu operativen Anpassungen kommen kann. Hinweistafeln und zusätzliches Servicepersonal am Bahnhof sollen zudem dafür sorgen, dass auch Reisende ohne Internetzugang sicher an ihr Ziel kommen.
**(Ulm TV Redaktion)**

