Ein verheerendes Feuer hat am Dienstagnachmittag einen großangelegten Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst ausgelöst. In einem mehrstöckigen Wohngebäude in der Innenstadt brach gegen 14 Uhr ein Brand aus. Erste Notrufe meldeten zunächst nur eine starke Rauchentwicklung. Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich die Lage jedoch zu einem Vollbrand in einem der Obergeschosse. Die alarmierten Löschzüge rückten mit einem Großaufgebot an Fachkräften aus, um eine Ausbreitung auf die angrenzende Bebauung zu verhindern.
**Dramatische Evakuierung über Drehleiter**
Während sich drei Bewohner noch eigenständig aus dem brennenden Objekt ins Freie retten konnten, war einer jungen Frau der Fluchtweg durch das Treppenhaus abgeschnitten. Die dichte Rauchentwicklung machte ein Verlassen der Wohnung unmöglich. Die Einsatzkräfte leiteten umgehend eine Rettung über die Drehleiter ein. Die 19-jährige Frau wurde aus dem zweiten Obergeschoss sicher zu Boden gebracht. Insgesamt mussten drei Personen im Alter von 19, 29 und 31 Jahren vom Rettungsdienst medizinisch versorgt werden. Zwei von ihnen kamen mit dem Verdacht auf eine schwere Rauchgasvergiftung in umliegende Kliniken. Der koordinierte Einsatz von Notärzten und Sanitätern stellte eine schnelle Stabilisierung der Verletzten sicher.
**Herausfordernde Löscharbeiten bei Minustemperaturen**
Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund der herrschenden Witterung schwierig. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt mussten die Einsatzkräfte mit glatten Oberflächen und gefrierendem Löschwasser kämpfen. Die Feuerwehr setzte mehrere Trupps unter Atemschutz im Innenangriff ein. Zusätzlich wurde der Dachstuhl von außen kontrolliert, um verdeckte Glutnester aufzuspüren. Die Zerstörungskraft des Feuers hinterließ massive Schäden an der Bausubstanz. Nach einer ersten Schätzung der Polizei beläuft sich der Sachschaden auf mindestens 400.000 Euro. Durch die Kombination aus Brand, Ruß und Löschwasser gilt das dreistöckige Gebäude derzeit als unbewohnbar.
**Unterbringung der Bewohner und Ermittlungen zur Ursache**
Für die insgesamt sieben Mieter des Hauses konnte noch am Abend eine vorübergehende Bleibe gefunden werden. Der Eigentümer des Gebäudes reagierte zeitnah und stellte für alle Betroffenen Ersatzwohnraum zur Verfügung. Derweil hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur bislang völlig ungeklärten Brandursache aufgenommen. Spezialisten der Spurensicherung werden den Brandort untersuchen, sobald das Gebäude sicher betreten werden kann. Neben den örtlichen Polizeistreifen waren diverse Löschzüge aus benachbarten Gemeinden am Einsatz beteiligt. Die Ermittler bitten Zeugen, die vor dem Brandausbruch Verdächtiges beobachtet haben, um sachdienliche Hinweise.
**(Ulm TV Redaktion)**

