EY-Parthenon rechnet damit, dass Banken und Investoren auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt auf massive Probleme zuschlittern. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf eine Auswertung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft.
„Die anstehende Refinanzierungswelle wird zu einer deutlichen Marktbereinigung führen“, sagte EY-Partnerin Kristin Kriemann. Viele Eigentümer müssten zusätzliches Eigenkapital nachschießen oder ihre Finanzierungen grundlegend neu aufstellen.
Denn rund ein Viertel der milliardenschweren Finanzierungen in den Büchern deutscher Immobilienfinanzierer wird innerhalb der kommenden zwei Jahre fällig. Das geht aus einer Bankenbefragung der Beratung EY-Parthenon unter 90 Immobilienfinanzierern sowie 70 auf Restrukturierungen spezialisierten Kanzleien hervor.
Die Refinanzierungen treffen die Branche in einer ohnehin angespannten Lage. Viele Kredite wurden abgeschlossen, als Immobilien höher bewertet und Finanzierungen deutlich günstiger waren. Zugleich nehmen Problemkredite zu: Im ersten Quartal 2026 waren nach Daten der Europäischen Bankenaufsicht bereits 6,8 Prozent der gewerblichen Immobilienkredite notleidend. Mehr als 40 Prozent der befragten Institute berichten zudem, dass sie in einzelnen Fällen keine tragfähige Finanzierungslösung mehr gefunden hätten.
„Die Krise der gewerblichen Immobilienfirmen wird damit zur Dauerkrise“, sagte EY-Partner Korbinian Gennies. Eine deutliche Erholung des Gewerbeimmobilienmarktes erwarten viele Marktteilnehmer den Umfrageergebnissen zufolge inzwischen erst Anfang des kommenden Jahrzehnts.
dts Nachrichtenagentur


