Infolge des Iran-Kriegs steht Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes vor einer Düngemittel-Krise.
„Ein physischer Engpass ist bislang ausgeblieben, aber die Stickstoffpreise verharren strukturell auf hohem Niveau, und die Vorräte für die neue Saison sind gefährlich gering“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Insgesamt belaste der Iran-Krieg die deutschen Landwirte erheblich. „Bei vielen Betrieben geht das inzwischen an die Substanz“, so Rukwied. Der Iran-Krieg habe einen weiteren Betriebsmittel-Preisschock ausgelöst, und das bei gleichzeitig sehr niedrigen Erzeugerpreisen.
„Die Lage am Golf hat sich bis heute nicht verbessert, was unsere Befürchtungen bestätigt: Wer sich hier auf das Prinzip Hoffnung verlässt, gefährdet die Versorgungssicherheit“, warnte Rukwied. Das hohe Preisniveau beim Diesel belaste die Betriebe massiv. Er forderte kurzfristig eine befristete Absenkung der Energiesteuer auf das EU-Mindestmaß sowie eine Entlastung bei der CO2-Bepreisung.
Da der Konflikt am Golf anhalte und die Gaspreise jederzeit anziehen könnten, sei ein erneuter Preissprung über die Erdgas-Ammoniak-Kette jederzeit möglich. „Genau davor warnen wir – die Ruhe am Düngermarkt ist trügerisch“, sagte Rukwied. Langfristig gehe es um mehr europäische Versorgungssouveränität bei Düngemitteln. Symbolische Zollaussetzungen, die durch die fortbestehende CO2-Grenzausgleichsbesteuerung gleich wieder verpufften, reichten nicht.
dts Nachrichtenagentur


