Zehntausende Reservisten der Bundeswehr sind seit mehr als einer Woche von zentralen IT-Systemen abgeschnitten. Beim bundeseigenen IT-Dienstleister BWI sei es zu einer gravierenden Panne gekommen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums.
Störungen „einzelner IT-Systeme“ seien dem Ministerium „bekannt“, sagte der Sprecher der Zeitung. Die Ursachen und Auswirkungen seien „entlang der dafür vorgesehenen Prozesse und Meldewege aufgearbeitet“ worden. Einen Cyberangriff schloss der Sprecher aus. Es habe „keine Datenabflüsse oder Zugriffe Dritter“ gegeben. Ursache seien „betriebliche Gründe“. Ein Sprecher der BWI sprach von einer „Beeinträchtigung durch Updates der verarbeitenden Systeme“. Hierdurch seien einzelne Datensätze zurzeit nicht abrufbar, sagte er der Zeitung. Die BWI sei dabei, den Zugriff wiederherzustellen. „Wir gehen davon aus, dass dieses Problem zeitnah erledigt ist“, so der BWI-Sprecher weiter.
Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Bundeswehrkreise berichtet, sollen bei einem Massendatenimport die Datensätze der derzeit nicht einberufenen Reservisten gelöscht worden sein. Die Bundeswehr hat rund 60.000 nicht aktive Soldaten. Betroffene hätten keinen Zugriff mehr auf Computer, E-Mails und den Bundeswehr-Messenger. Im Verteidigungsfall sei dies „eine Katastrophe“, hieß es in den Kreisen.
dts Nachrichtenagentur


