Verbraucherschützer fordern Änderungen an den Plänen der neuen staatlichen Altersvorsorge für Kinder. „Die Politik muss bei der Frühstartrente dringend nachbessern, damit alle Kinder gleichermaßen profitieren“, sagte Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV), der „Welt am Sonntag“.
Es sei zwar grundsätzlich eine gute Idee, allen ab 2020 Geborenen schon in jungen Jahren ein staatlich finanziertes Startkapital für die Altersvorsorge zukommen zu lassen. Jedes Kind benötige allerdings von Beginn an ein eigenes Vorsorgekonto. Nur so lasse sich das mit dem Gesetz verbundene Bildungsziel erreichen, dass Kinder aus eigener Anschauung ein Verständnis für das Auf und Ab an den Börsen entwickeln.
Künftig soll jedes Kind vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat für die Anlage am Kapitalmarkt erhalten. Bislang ist vorgesehen, dass für Kinder von Eltern, die keines der zertifizierten Altersvorsorgedepots bei einem privaten Anbieter wählen, der Staat das Geld zunächst kollektiv über die Bundesbank an der Börse anlegt. Das Problem aus Sicht der Verbraucherschützer: Wenn ein Kind nicht weiß, dass der Staat monatlich zehn Euro an den Aktienmärkten anlegt, und es den monatlichen Aufwuchs nicht in seinem eigenen Depot verfolgen kann, verpufft der angestrebte Bildungseffekt.
„Die Frühstartrente droht zur Zwei-Klassen-Rente für Kinder zu werden, wenn nur Familien mit ausreichend Geld und Finanzwissen das volle Potenzial ausschöpfen können“, sagte Mohn. Der Gesetzentwurf soll am 12. August vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.
dts Nachrichtenagentur


