Deutschland will sich bei der Nato mit einem nennenswerten Beitrag am Ausgleich der Lücken, die durch den geplanten Abzug von US-Truppen und Fähigkeiten im Militärbündnis entstehen, beteiligen. Das berichtet die „Welt“ (Mittwochausgaben) unter Berufung auf Angaben aus Nato-Kreisen.
Demnach haben die europäischen Nato-Länder in den letzten Wochen vor dem Gipfel in Ankara intensiv beraten, welchen Beitrag sie jeweils für das sogenannte „Nato Force Model“ leisten können. Das Konzept sieht vor, wie viele und welche Truppen die Nato innerhalb von zehn Tagen, zwischen zehn und 30 Tagen sowie innerhalb von höchstens sechs Monaten an die Front verlegen kann. Dafür machen die Mitgliedsländer sogenannte Fähigkeitsangebote für Land-, See- und Luftstreitkräfte.
Aus Nato-Kreisen heißt es, dass die Europäer sich darauf verständigt hätten, wie fast alle Lücken aufgefüllt werden. Demnach seien bereits von den Mitgliedsländern konkrete Angebote erfolgt. Laut der „Welt“ will Deutschland zwei moderne Fregatten vom Typ F125 anbieten, zudem eine hohe einstellige Zahl Eurofighter, zwei Seeaufklärer und mehrere Drohnen des Typs Heron TP. Sie sollen zügiger als bisher zur Verfügung stehen. Die von den Amerikanern abgezogene Flugzeugträgerkampfgruppe könnte somit durch Frankreich (Flugzeugträger), Italien und Deutschland ersetzt (Begleitschiffe) werden.
Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums und der Nato wollten sich auf Anfrage nicht zu konkreten Zahlen und Waffensystemen äußern.
dts Nachrichtenagentur


