Günzburg. Für eine Familie aus Günzburg sollte der Einzug in eine neue, moderne Doppelhaushälfte eigentlich der Beginn eines ruhigen und komfortablen Lebensabschnitts sein. Doch nur wenige Monate nach dem Umzug wurde das Wohnen nach Angaben der Betroffenen zunehmend von einer massiven Geräuschentwicklung aus dem Technikraum überschattet. Was zunächst wie ein vorübergehendes Betriebsgeräusch wirkte, entwickelte sich demnach über viele Monate hinweg zu einer erheblichen Belastung für die gesamte Familie. Der Hausbesitzer schildert, dass schon kurze Zeit nach dem Einzug ein ungewöhnlich lautes Geräusch aus dem Technikraum beziehungsweise Keller zu hören gewesen sei. Das Geräusch sei nicht nur deutlich wahrnehmbar, sondern im Alltag zunehmend belastend gewesen. Über Wochen und Monate hinweg habe sich die Situation nicht verbessert. Im Gegenteil: Nach Angaben der Familie sei der Lärm mit der Zeit sogar noch intensiver geworden.
Besonders belastend sei die Situation für die Kinder gewesen. Nach Darstellung des Hausbesitzers hätten diese nachts Angst bekommen und geglaubt, es laufe „ein Monster im Keller herum“. Damit wurde der technische Mangel für die Familie nicht nur zu einem praktischen Problem, sondern auch zu einer emotionalen Belastung im Alltag. Der Eigentümer wandte sich nach eigenen Angaben mehrfach an eine in Günzburg ansässige Sanitär- und Heizungsfirma, die für die betreffende Haustechnik zuständig gewesen sei. Die Firma sei wiederholt kontaktiert worden und habe das Problem vor Ort überprüft. Doch zunächst habe man die Ursache offenbar nicht feststellen können. Laut Hausbesitzer sei ihm mehrfach mitgeteilt worden, dass alles in Ordnung sei, obwohl die störenden Geräusche weiterhin auftraten.
Nach Angaben des Eigentümers änderte sich die Wahrnehmung des Falls erst spürbar, nachdem er die Lärmentwicklung mit seinem Handy aufzeichnen konnte. Durch diese Tonaufnahmen sei das Ausmaß der Geräuschbelastung erstmals auch für die Sanitär- und Heizungsfirma konkreter nachvollziehbar geworden. Aus Sicht des Hausbesitzers sei die Angelegenheit ab diesem Zeitpunkt deutlich ernster behandelt worden. Dennoch habe sich die Problematik über einen langen Zeitraum hingezogen. Nach Darstellung der Familie seien im Verlauf der Kontakte mit der Firma zunächst auch mögliche entstehende Kosten thematisiert worden. Dies sei beim Hausbesitzer auf Unverständnis gestoßen, da nach seiner Auffassung für die betroffenen Elektroteile eine langjährige Garantie bestehe. Aus Sicht der Familie hätte zunächst die Zufriedenheit der Bewohner und die Beseitigung der anhaltenden Störung im Vordergrund stehen müssen.
Erst nach mehreren weiteren Anläufen sei es schließlich gelungen, die Ursache eindeutig zu identifizieren. Nach Angaben des Hausbesitzers lag das Problem an einem defekten Druckventil, ausgelöst durch ein fehlerhaftes Umschaltventil. Dieses Bauteil soll nun ausgetauscht werden beziehungsweise wird ersetzt. Die Familie verbindet damit die Hoffnung, nach fast einem Jahr der Lärmbelästigung endlich wieder zur Ruhe zu kommen.
Der Fall zeigt, wie belastend technische Defekte in modernen Wohngebäuden werden können, wenn sie nicht frühzeitig erkannt oder nachhaltig behoben werden. Gerade in Neubauten erwarten Eigentümer in der Regel einen hohen Wohnkomfort, eine zuverlässige Haustechnik und schnelle Hilfe im Störungsfall. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn sich ein solches Problem über Monate hinweg hinzieht.

Wann wird aus einem technischen Defekt eine echte Lärmbelästigung?
Der geschilderte Fall wirft auch eine grundsätzliche Frage auf: Ab wann handelt es sich bei Geräuschen aus der Haustechnik nicht mehr nur um einen technischen Mangel, sondern um eine echte Lärmbelästigung – insbesondere dann, wenn nicht nur die Hausbewohner, sondern möglicherweise auch Nachbarn betroffen sind?
Fachleute aus dem Bereich Haustechnik weisen allgemein darauf hin, dass technische Anlagen in Wohnhäusern zwar nie völlig geräuschlos arbeiten, ungewöhnlich laute, anhaltende oder unregelmäßige Störgeräusche jedoch keineswegs als normal anzusehen sind. Vor allem dann, wenn sich Geräusche deutlich in Wohnräumen ausbreiten, nachts wahrnehmbar sind oder das Sicherheitsgefühl der Bewohner beeinträchtigen, sei aus fachlicher Sicht von einer erheblichen Belastung auszugehen.
Eine allgemeine fachliche Einordnung aus dem Bereich Haustechnik lautet dazu:
„Technische Anlagen in Wohnhäusern müssen so funktionieren, dass sie die Bewohner nicht dauerhaft beeinträchtigen. Normale Betriebsgeräusche sind bis zu einem gewissen Grad hinnehmbar. Wenn jedoch über Monate hinweg laute, unregelmäßige oder beängstigende Geräusche auftreten und diese sogar Kinder verunsichern, ist das aus technischer Sicht kein gewöhnlicher Zustand mehr. In solchen Fällen muss eine Fachfirma die Ursache systematisch prüfen und zeitnah beheben.“
Auch mit Blick auf das nachbarschaftliche Umfeld sei die Situation nicht unbedeutend. Wenn sich Schwingungen oder Geräusche über Wände, Leitungen oder bauliche Strukturen übertragen, könne dies unter Umständen auch außerhalb des betroffenen Hauses wahrnehmbar sein. Fachleute betonen daher, dass Beschwerden über anhaltende Technikgeräusche ernst genommen und nicht vorschnell als subjektive Wahrnehmung abgetan werden sollten.
(Katharina Zerr, Redaktion)


