Das Polizeipräsidium Ulm hat den Kriminalitätsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht und meldet einen deutlichen Rückgang der Straftaten in seinem Zuständigkeitsbereich. Insgesamt wurden rund 35.500 Straftaten registriert, was einem Rückgang von über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders signifikant ist der Rückgang bei einfachen Diebstählen sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten.
Das Polizeipräsidium Ulm, das die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Göppingen, Heidenheim und die Stadt Ulm umfasst, weist eine vergleichsweise geringe Kriminalitätsbelastung auf und belegt im landesweiten Ranking der 13 regionalen Polizeipräsidien den dritten Platz. Die Aufklärungsquote konnte stabil gehalten werden. Ohne Berücksichtigung ausländerrechtlicher Verstöße lag die Allgemeinkriminalität bei etwa 35.000 Fällen.
Rückgang bei Aggressionsdelikten und Messerangriffen
Die Anzahl der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum in Ulm sank um 7,5 Prozent. Während Fälle einfacher Körperverletzung zugenommen haben, wurden weniger Raubdelikte verzeichnet. Als Ursache hierfür werden verstärkte Präsenz- und Präventionsmaßnahmen angeführt, darunter mehr Streifen, der Einsatz von Bereitschaftspolizei und Informationsstände an sogenannten Brennpunkten.
Auch die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum ist von 99 auf 82 Fälle zurückgegangen. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung war die Ende 2024 eingeführte Waffen- und Messerverbotszone sowie intensivierte Kontrollen durch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst.
Weniger Tatverdächtige und Opferzahlen
Die Statistik zeigt zudem eine Verringerung der Tatverdächtigen, insbesondere bei Erwachsenen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger blieb mit 45 Prozent konstant. Die sinkende Zahl der Körperverletzungen führte auch zu einem Rückgang der Opferzahlen.
Polizeivizepräsident Askin Bingöl äußerte sich zum Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger: „Das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger ist für mich persönlich ein hohes Anliegen und liegt mir besonders am Herzen.“ Er betonte, dass die Ulmer Polizei eine höhere Präsenz und Ansprechbarkeit anstrebe, um nicht nur als Behörde, sondern als „Freund“ und „Helfer“ wahrgenommen zu werden. Der Rückgang der Kriminalität im Jahr 2025 deute darauf hin, dass diese Bemühungen erste Erfolge zeigen.
Nach Messerangriffen im Januar und Februar in Göppingen hatte das Polizeipräsidium Ulm mit erhöhter Präsenz und Kontrollen reagiert, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Nach weiteren Messerattacken im Frühjahr 2026 in Ulm könnte die Statistik für das laufende Jahr jedoch eine andere Entwicklung zeigen.
Ulm TV Nachrichten

