Neu-Ulm. Im Leplat-Quartier in Neu-Ulm nimmt ein wegweisendes Wohnprojekt Gestalt an, das bis Mitte 2027 insgesamt 161 bezahlbare Wohneinheiten schaffen soll. Die Bauarbeiten auf dem Gelände zwischen Bahntrog, Reuttier Straße und Bahnhofstraße schreiten zügig voran, wobei erste Gebäude bereits deutlich sichtbar sind und teilweise schon Fenster eingesetzt werden.
Das Projekt, ursprünglich von der Fides-Gruppe entwickelt und später an das landeseigene Immobilienunternehmen Bayernheim verkauft, setzt einen wichtigen Meilenstein für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in der Region. Der symbolische Spatenstich erfolgte am 26. Februar 2025, und seitdem wird intensiv an der Realisierung der sieben Mehrfamilienhäuser gearbeitet.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Bereitstellung von „100 % bezahlbaren“ Wohnungen. Ralph Büchele, Geschäftsführer der Bayernheim, betont, dass es sich hierbei nicht ausschließlich um Sozialwohnungen handelt. Vielmehr seien über 60 Prozent aller bayerischen Bürger – einschließlich mittlerer Einkommensklassen – berechtigt, eine öffentlich geförderte Wohnung zu beziehen. Ziel ist es, Wohnraum für die breite Durchschnittsbevölkerung anzubieten, und etwa 70 Prozent der Neu-Ulmer seien berechtigt, diese Wohnungen zu mieten.
Das Leplat-Quartier soll ein „Leuchtturmprojekt für bezahlbares, soziales und generationenübergreifendes Wohnen in zentraler Lage“ werden. Die geplanten Wohnungen variieren in Größe und Förderstufe und umfassen Angebote für Gutverdiener-Familien, eine Senioren-Wohngemeinschaft sowie eine inklusive Wohngruppe für Menschen mit Behinderung. Neben den Wohneinheiten sind umfangreiche Gemeinschaftseinrichtungen vorgesehen, die das soziale Miteinander fördern sollen. Dazu gehören ein 60 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum, eine 90 Quadratmeter große Dachterrasse, die von allen Bewohnern genutzt werden kann, sowie ein 250 Quadratmeter großer Quartiersplatz. Im Erdgeschoss an der Einmündung der Straße sind zudem gewerbliche oder soziale Nutzungen geplant, beispielsweise ein Café oder eine Großtagespflege.
Trotz der vergleichsweise günstigen Mieten wird bei der Architektur und Ausstattung Wert auf hohe Qualität gelegt. Ralph Büchele hebt hervor, dass „etwas mit hohem städtebaulichen Anspruch in einer Top-Qualität“ entsteht. Constantin Zieher, Geschäftsführer der Ulmer Fides-Gruppe, verspricht bodentiefe Fenster, Fußbodenheizung, großformatige Fliesen, bodengleiche Duschen, Balkone oder Terrassen und eine durchgehende Tiefgarage. Das Engagement der Stadt Neu-Ulm, die einen „nachhaltigen, quartiersverträglichen Betrieb der Wohnanlage“ und eine „zuverlässige Gewährleistung“ fordert, unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung.
Die Fertigstellung des Gesamtprojekts wird für Mitte 2027 erwartet. Mit dem Voranschreiten der Bauarbeiten wird das Leplat-Quartier zu einem wichtigen Bestandteil der Wohnraumversorgung in Neu-Ulm, der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ein modernes und bezahlbares Zuhause bieten soll.
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