**Die Stadt Ulm hat in dieser Woche den Startschuss für eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte gegeben. Seit dem 7. Januar führen umfangreiche Sperrungen und eine geänderte Verkehrsführung am Blaubeurer Ring zu erheblichen Verzögerungen für tausende Pendler.**
**Auftakt der Mammutaufgabe am Blaubeurer Tor**
Mit dem Ende der Weihnachtsferien verwandelte sich das Areal rund um das Blaubeurer Tor in ein großflächiges Bauareal. Seit Dienstag sind Baufahrzeuge und Spezialtrupps damit beschäftigt, die notwendigen Absperrungen und Leitsysteme zu installieren, um den eigentlichen Umbau der B10-Achse zu ermöglichen. Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung wiesen darauf hin, dass diese ersten Tage entscheidend für die Feinjustierung der Ampelphasen und Umleitungsstrecken seien, da sich der Verkehrsfluss erst an die neue Situation gewöhnen müsse.
**Logistische Umwege und neue Verkehrsführung**
Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Geometrie des bisherigen Kreisverkehrs. Um Platz für die Tiefbauarbeiten zu schaffen, wurde der Ringverkehr so aufgeweitet, dass er in seiner Form nun eher einem Oval ähnelt. Parallel dazu wurde eine provisorische, ebenerdige Umfahrung für den in Richtung Norden fließenden Verkehr eingerichtet. Diese Behelfsstraßen sind notwendig, damit die Baugrube für den künftigen Tunnel in offener Bauweise ausgehoben werden kann, ohne den gesamten Verkehrsfluss der Region zum Erliegen zu bringen.
**Infrastruktur für die Zukunft: Der Tunnelbau**
Das Herzstück der Maßnahmen ist die Errichtung eines etwa 200 Meter langen Tunnelsystems, welches die bisherige Brückenlösung am Blaubeurer Tor ersetzen wird. Gleichzeitig steht der Neubau der maroden Wallstraßenbrücke auf dem Plan, die aufgrund ihres schlechten Zustands für die heutigen Belastungen nicht mehr ausgelegt ist. Ziel dieser massiven Investitionen ist es, die B10 als lebenswichtige Nord-Süd-Verbindung dauerhaft leistungsfähig zu halten und den innerstädtischen Bereich durch die Untertunnelung lärmtechnisch zu entlasten.
**Langfristige Perspektiven und Geduldsprobe**
Obwohl die Vorteile für die Stadtentwicklung offensichtlich sind, müssen sich Anwohner und Kraftfahrer auf eine langjährige Geduldsprobe einstellen. Das Gesamtprojekt ist bis zum Jahr 2030 angelegt und wird das Gesicht der westlichen Stadteinfahrt nachhaltig verändern. Die Stadtspitze betont jedoch, dass ein Aufschub der Sanierung aufgrund der fortschreitenden Korrosion an der bestehenden Bausubstanz keine Option gewesen wäre. Die Bürger werden gebeten, nach Möglichkeit auf den öffentlichen Personennahverkehr auszuweichen, um die Spitzenzeiten auf der Straße zu entzerren.
**(Ulm TV Redaktion)**

