**Die Stadt Ulm treibt die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2030 mit Hochdruck voran und setzt dabei auf eine radikale Umgestaltung des urbanen Raums. Im Zentrum der Planungen steht der Rückbau massiver Verkehrsbauwerke, um Platz für neue Grünflächen und eine verbesserte Lebensqualität im Stadtkern zu schaffen.**
**Transformationsprozess am Blaubeurer Tor**
Die Vision einer grünen Lunge im Herzen der Donaustadt nimmt immer konkretere Formen an. Das derzeit von Asphalt und Beton dominierte Areal rund um das historische Blaubeurer Tor soll bis zum Ende des Jahrzehnts sein Gesicht vollständig verändern. Die Stadtplaner sehen vor, die trennende Wirkung der Bundesstraße 10 durch eine Tieferlegung und weitreichende Begrünung aufzuheben. Ziel ist es, die Nordstadt enger mit dem Stadtzentrum zu verknüpfen und so die Barrierewirkung der bisherigen Verkehrsführung nachhaltig zu eliminieren. Dabei steht die Wiederherstellung historischer Sichtachsen im Einklang mit ökologischen Anforderungen der modernen Stadtplanung.
**Rückbau der Infrastruktur als technologische Herausforderung**
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Mammutprojekts ist der Abriss der baufälligen Wallstraßenbrücke. Diese Maßnahme gilt als eine der komplexesten logistischen Aufgaben in der jüngeren Stadtgeschichte Ulms. Da die Brücke eine zentrale Verkehrsader darstellt, müssen Ausweichrouten sorgfältig geplant werden, um den Verkehrsfluss während der mehrjährigen Bauphase nicht zum Erliegen zu bringen. Ingenieure betonen, dass der schrittweise Rückbau nicht nur eine technische Notwendigkeit aufgrund des maroden Zustands ist, sondern die einmalige Chance bietet, das gesamte Viertel städtebaulich neu zu definieren. Die Arbeiten sollen in mehreren präzise getakteten Phasen erfolgen, um die Belastung für Anwohner und Pendler so gering wie möglich zu halten.
**Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität im Fokus**
Neben der verkehrstechnischen Neuordnung spielt die ökologische Komponente eine tragende Rolle für das Konzept der Landesgartenschau 2030. Die Planungen sehen vor, großflächige Parkanlagen zu schaffen, die als wichtige Kaltluftschneisen fungieren und das Mikroklima in der dicht bebauten Stadt signifikant verbessern sollen. Hierbei wird besonders auf die Biodiversität geachtet, indem heimische Pflanzenarten bevorzugt und innovative Wasserflächen in das Gesamtkonzept integriert werden. Für die Bürger entstehen dadurch neue Naherholungsgebiete direkt vor der Haustür, die zum Verweilen, zur Begegnung und zur sportlichen Betätigung einladen. In öffentlichen Workshops werden die Ulmer zudem aktiv in die Gestaltung einzelner Teilbereiche miteinbezogen, um eine breite Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu erreichen.
**Finanzielle Rahmenbedingungen und Ausblick**
Die Realisierung eines Vorhabens dieser Größenordnung erfordert erhebliche finanzielle Mittel, die durch umfangreiche Fördergelder des Landes Baden-Württemberg sowie Eigenmittel der Stadt Ulm bereitgestellt werden. Trotz der aktuell angespannten Haushaltslage sieht der Gemeinderat diese Investition als essentiell für die langfristige Zukunftsfähigkeit und Attraktivität der Stadt an. Die Verantwortlichen zeigen sich optimistisch, dass die Zeitpläne trotz der globalen Herausforderungen in der Baubranche eingehalten werden können. In den kommenden Monaten werden die Ausschreibungen für die ersten großen Bauabschnitte erwartet, womit die sichtbare Verwandlung der Stadt in die nächste entscheidende Phase eintritt. Die Landesgartenschau dient hierbei als strategischer Katalysator für eine Stadtentwicklung, die weit über das eigentliche Veranstaltungsjahr 2030 hinaus einen bleibenden Mehrwert für die gesamte Region schaffen wird.
**(Ulm TV Redaktion)**

