Die britische Regierung hat mehr als 60.000 Zuschauer für die Halbfinal-Spiele sowie das Finale der Fußball-Europameisterschaft in London zugelassen. Die Regierung habe eng mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zusammengearbeitet, um zu gewährleisten, dass zum Schutz vor Corona-Infektionen strenge Hygienemaßnahmen ergriffen werden, erklärte Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Dienstag. Die Auslastung des Wembley-Stadions wurde damit für die Spiele auf 75 Prozent erhöht.
Ursprünglich war vorgesehen, die Zuschauerzahl auf 40.000 zu begrenzen. Die Final-Spiele der EM werden die größten Sportveranstaltungen in Großbritannien seit 15 Monaten sein. Besucher müssen vor dem Einlass ein negatives Corona-Testergebnis oder einen Impfnachweis vorlegen.
Wegen der Ausbreitung der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus in Großbritannien äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt skeptisch zur Austragung des Finales in London. „Ich hielte es nicht für gut, wenn vollbesetzte Stadien dort sind“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. Zu einer möglichen Verlegung des Austragungsorts äußerte sich Merkel nicht.
Das EM-Finale ist für den 11. Juli in London geplant. In Großbritannien steigen die Infektionszahlen aufgrund der Delta-Variante seit geraumer Zeit wieder stark an. Deutschland hat Großbritannien deshalb als Virusvariantengebiet eingestuft, für Einreisen aus dem Land gelten somit strenge Quarantänevorschriften.
Die WHO äußerte sich ebenfalls besorgt über Lockerungen der Corona-Regeln in einigen EM-Gastgeberländern. „Einige der Stadien, die das Turnier ausrichten, erhöhen jetzt die Zahl der erlaubten Zuschauer“, erklärte der Exekutivdirektor beim WHO-Regionalbüro für Europa, Robb Butler. Einige der betroffenen Länder verzeichneten aber gleichzeitig steigende Infektionszahlen, sagte er weiter. Namen nannte Butler nicht. Stattdessen forderte er die betroffenen Städte zu raschen Vorkehrungen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus auf.
In Kopenhagen, wo die Zuschauerzahl für die EM ebenfalls von 16.000 auf 25.000 erhöht erhöht wurde, meldete die Gesundheitsbehörde 29 Infektionsfälle. „Theoretisch könnten noch mehr Menschen infiziert sein“, sagte Behördenvertreterin Anette Lykke am Dienstag.
Während die Uefa Dublin und Bilbao die Austragung von EM-Spielen verwehrte, weil die zugelassenen Kapazitäten zu niedrig waren, wurden die Matches in Budapest vor vollem Stadion ausgetragen. Von den Austragungsstädten meldete zuletzt vor allem St. Petersburg einen generellen Anstieg der Corona-Fallzahlen.
Quelle: AFP

