GELSENKIRCHEN – In Gelsenkirchen hat die Staatsanwaltschaft eine Filiale der Sparkasse durchsucht, die zuvor Ziel eines groß angelegten Diebstahls war. Die Maßnahme erfolgte, nachdem die Bankverwaltung die Kooperation mit der Polizei verweigert hatte.
Die Ermittler beabsichtigten, die Computer der Bank zu untersuchen, um die Besitzer der geleerten Schließfächer zu identifizieren und mögliche Verbindungen zu den Tätern aufzudecken. Da die Bankleitung eine Zusammenarbeit ablehnte, wurde die Durchsuchung gerichtlich angeordnet und durchgeführt. Dabei wurden Computer, Festplatten und Daten digitaler Sicherheitssysteme beschlagnahmt.
Die Polizei verfolgt mehrere Spuren: Neben der Analyse der Daten von Schließfachinhabern und Bankmitarbeitern konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen technischen Defekt am Tiefgaragenzugang der Sparkasse kurz vor dem Diebstahl. Zeugenaussagen zufolge funktionierte das elektronische Chipsystem für die Stahlluken nicht, sodass der Zugang manuell nach dem Klingeln geöffnet werden musste. Die Beamten vermuten, dass die Täter sich als reguläre Tiefgaragenmieter ausgaben, um auf diese Weise in das Gebäude zu gelangen. Das Fehlen von Überwachungskameras am Eingangsbereich verstärkt diese Annahme. Zudem ergaben Videoaufnahmen, dass die Diebe eine unbekannte chemische Substanz verwendeten, um ihre Spuren zu verwischen.
Der Diebstahl, der sich in der Sparkassenfiliale im von vielen türkischen Mitbürgern bewohnten Stadtteil Buer ereignete, führte zur Leerung von rund 3.250 Schließfächern und einem geschätzten Schaden von 100 Millionen Euro. Die Schließfächer sind jedoch nur bis maximal 10.300 Euro versichert. Die Geschädigten sind nun aufgefordert, den Inhalt ihrer Schließfächer, beispielsweise durch Fotos, nachzuweisen, um eine Entschädigung zu erhalten. Ob und in welcher Höhe ohne solche Beweise Zahlungen erfolgen, ist derzeit ungewiss.
Erste Informationen zu dem Vorfall wurden am 07.01.2026 veröffentlicht.
Ulm TV Nachrichten

