Der „Bauturbo“, ein vom Bund ins Leben gerufenes Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus, findet im Raum Ulm bislang nur zögerliche Anwendung. Aktuelle Berichte vom 25. Januar 2026 zeigen, dass viele Gemeinden sich noch nicht ausreichend mit den Möglichkeiten dieses Instruments auseinandergesetzt haben. Experten warnen, dass dieses „Verschlafen“ weitreichende Konsequenzen haben und zu einem ungewollten „Wildwuchs“ in der regionalen Stadtentwicklung führen könnte.
Das „Baulandmobilisierungsgesetz“, umgangssprachlich als „Bauturbo“ bekannt, soll Kommunen mehr Spielraum und Selbstbestimmung bei der Gestaltung und Genehmigung von Bauprojekten ermöglichen. Es zielt darauf ab, bürokratische Hürden abzubauen und den Wohnungsbau effizienter voranzutreiben. Das Gesetz bietet den Kommunen die Chance, eigene Richtlinien festzulegen und somit die Demokratie auf lokaler Ebene zu stärken, indem Gemeinderäte und Stadträte direkt Einfluss auf die Entwicklung ihrer Orte nehmen können.
Trotz dieser Vorteile sind die ersten Erfahrungen mit dem „Bauturbo“ im Raum Ulm und darüber hinaus spärlich. Eine geringe Beschäftigung der Gemeinden mit den angebotenen Instrumenten bedeutet, dass wertvolle Möglichkeiten zur Steuerung der Stadtentwicklung ungenutzt bleiben. Dies könnte dazu führen, dass überregionale Entwicklungen oder Investorenprojekte die lokale Gestaltungshoheit untergraben, falls keine eigenen, proaktiven Konzepte erarbeitet werden.
Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz und Vizekanzler Lars Klingbeil werden im Kontext des Bauturbos genannt, der darauf abzielt, den Wohnbau-Wirbelwind zu entfachen. Bislang ist dieser Wirbelwind jedoch noch nicht spürbar. Die Forderung an die lokalen Entscheidungsträger ist klar: Um eine eigenständige und bedarfsgerechte Entwicklung zu gewährleisten, müssen die Kommunen aktiv werden und die Potenziale des Bauturbos ausschöpfen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Gemeinden im Raum Ulm nicht nur auf Entwicklungen reagieren, sondern diese aktiv und im Sinne ihrer Bürgerinnen und Bürger mitgestalten können.
Die lokale Wirtschaft, insbesondere das Baugewerbe, könnte von einer effektiven Nutzung des Bauturbos profitieren, da Infrastrukturinvestitionen und verstärkter Wohnungsbau positive Impulse für die Region bedeuten würden. Eine proaktive Haltung der Kommunen ist daher nicht nur für die Stadtplanung, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum der Region von entscheidender Bedeutung.
Ulm TV Nachrichten

