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Abgeordneter: Brasilianische Armee bestellt tausende Dosen Potenzmittel

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Copyright POOL/AFP/Archiv MAXIM SHEMETOV

Die brasilianische Armee hat offenbar tausende Dosen Potenzmittel bestellt: Der Kongressabgeordnete Elias Vaz fand nach eigenen Angaben heraus, dass die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro eine Bestellung von 35.000 Pillen gegen Erektionsstörungen für die Streitkräfte genehmigt hat. Das Verteidigungsministerium erklärte dazu, die Tabletten dienten allein der Behandlung von Bluthochdruck.

Er habe die Informationen vom Transparenzportal der Regierung, das auf Anfrage den Zugang zu Daten über öffentliche Ausgaben ermöglicht, sagte Vaz am Montag. “Unsere Krankenhäuser haben nicht genug Medikamente, und Bolsonaro und seine Leute verwenden öffentliche Gelder, um die kleine blaue Pille zu kaufen”, sagte der Oppositionsabgeordnete unter Anspielung auf das bekannteste Potenzmittel Viagra weiter. 

Vaz zufolge wird Viagra in den Regierungsdokumenten aber nicht namentlich erwähnt. Stattdessen sei vom Kauf tausender Tabletten mit “Sildenafil” die Rede, dem für Viagra verwendeten Wirkstoff.

Das Verteidigungsministerium erklärte, die Pillen seien in Wahrheit “zur Behandlung von Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie” – auch Lungenhochdruck genannt – bestimmt. Sildenafil bewirkt auch eine Erweiterung verengter Lungenarterien.

Die Erklärung verhinderte nicht den Spott der Internetnutzer. Auf Twitter verbreiteten sich rasch Karikaturen, die Panzer mit herabhängenden Kanonen zeigten. “Manche sagen, diese Pillen sollen den Streitkräften helfen, die Demokratie noch mehr zu f***en”, schrieb die Satire-Seite Sensacionalista.

Bolsonaro ist Ex-Hauptmann der Streitkräfte. Der rechtsradikale Staatschef spricht häufig positiv über die brasilianische Militärdiktatur von 1964 bis 1985.

Die linken Kongressabgeordneten Vaz und Marcelo Freixo wollen nach eigenen Angaben die Staatsanwaltschaft bitten, die Rechnung für die Potenzpillen zu prüfen. Sie sagten, es gäbe deutliche Hinweise, dass der Regierung bis zu 143 Prozent zu viel in Rechnung gestellt worden sei – was oftmals auf Korruption hindeutet.

Freixo erinnerte zudem daran, dass der Kauf der Potenzmittel zum selben Zeitpunkt genehmigt wurde, zu dem Bolsonaro “sein Veto gegen einen Gesetzentwurf eingelegt hatte, der kostenlose Tampons und Binden an arme Frauen vorsah”. Inzwischen hat der Präsident allerdings eingelenkt und Anfang März ein Dekret unterzeichnet, das nun doch die kostenlose Verteilung dieser Hygieneartikel vorsieht.

Quelle: AFP

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