Die Polizei in Rio de Janeiro hat bei einem Einsatz gegen Drogenhändler in einem Armenviertel acht Menschen erschossen. Bei der Razzia am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) in der Favela Vila Cruzeiro im Norden der brasilianischen Millionenmetropole sei es zu einem heftigen Schusswechsel gekommen, teilte die Polizei mit. Dabei seien die acht “Kriminellen” getötet worden.
In den Onlinenetzwerken verbreitete Videos zeigten, wie sich Panzerfahrzeuge durch die engen Straßen von Vila Cruzeiro bewegten. Im Hintergrund waren Schüsse zu hören. Während des Einsatzes wurden nach Angaben der Polizei Schusswaffen, Granaten und “eine große Menge Drogen” beschlagnahmt.
Die Razzia richtete sich demnach gegen mutmaßliche Drogenhändler, die aus der benachbarten Favela Jacarezinho nach Vila Cruzeiro geflüchtet sein sollen. In Jacarezinho führen die Sicherheitskräfte seit Wochen einen Großeinsatz gegen die organisierte Kriminalität aus.
Viele der Hunderten von Armenvierteln Rios werden von Drogenbanden beherrscht. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Claudio Castro, will dies ändern. Priorität hat für ihn dabei die “Rückeroberung” von Jacarezinho. Dort herrscht das Comando Vermelho (Rotes Kommando), eine der größten Drogenbanden Brasiliens.
Mitte Januar waren bei einer Razzia 1200 Sicherheitskräfte in Jacarezinho eingerückt. Die Regionalregierung will in diesem Viertel Sozial- und Infrastrukturprojekte umsetzen, um die Lebensbedingungen der Einwohner zu verbessern. Rund ein Viertel der 6,7 Millionen Einwohner von Rio lebt in den als Favelas bezeichneten Armenvierteln.
Quelle: AFP