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Trauer um Hollywood-Legende Sidney Poitier

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Copyright AFP/Archiv -

Der legendäre Hollywood-Schauspieler Sidney Poitier, der als erster Schwarzer einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, ist tot. Der aus Filmen wie “Flucht in Ketten” (1958), “Lilien auf dem Felde” (1963) und “In der Hitze der Nacht” (1967) bekannte Schauspieler starb im Alter von 94 Jahren, wie der Vize-Regierungschef der Bahamas, Chester Cooper, am Freitag mitteilte. Stars von Hollywood bis Bollywood, aber auch Ex-US-Präsident Barack Obama zollten dem berühmten Schauspieler ihren Tribut.

Cooper würdigte Poitier, der die doppelte Staatsbürgerschaft der Bahamas und der USA besaß und 1997 das Amt des Botschafters der Bahamas in Japan übernommen hatte, als “Ikone, Held, Mentor, Kämpfer, Nationalschatz”.

Poitier war in den 1950er Jahren zum ersten schwarzen Superstar in Hollywood geworden – und damit zum Wegbereiter für viele andere schwarze Schauspieler. Der Sohn armer Tomatenzüchter von den Bahamas wurde 1927 in Miami im US-Bundesstaat Florida geboren, allerdings durch Zufall: Seine Mutter brachte ihn bei einem Kurzaufenthalt in Miami vorzeitig auf die Welt. 

Poitier wuchs auf den Bahamas in ärmlichen Verhältnissen auf und zog dann mit 15 Jahren zu seinem älteren Bruder nach Florida. Dort wurde er erstmals mit dem in den USA weit verbreiteten Rassismus der damaligen Zeit konfrontiert. Später zog Poitier nach New York, wo er sich zunächst mit kleinen Jobs durchschlug und sich nach einer Zeit bei der Armee der Schauspielerei widmete. Vom Broadway aus zog er schließlich nach Hollywood – und hatte dort Anfang der 1950er Jahre rasch großen Erfolg.

In einer Zeit, in der Schwarze noch auf kleine Nebenrollen voller Klischees beschränkt waren, ergatterte der charismatische und gut aussehende Poitier von Anfang an Hauptrollen. Häufig ging es in den Filmen um Stereotype über Afroamerikaner und Rassenspannungen.

In seinem ersten Film “Der Hass ist blind” (1950) verkörperte Poitier einen Arzt, der einen aggressiven weißen Rassisten behandelt. In Teilen der USA war der Film verboten. Für den Klassiker “Flucht in Ketten”, in dem Poitier einen Häftling spielt, der zusammen mit einem Weißen flüchtet, erhielt er seine erste Oscar-Nominierung.

Die begehrte Goldstatue gewann er schließlich 1964 für “Lilien auf dem Felde”. Es war ein historischer Moment: Nie zuvor war ein schwarzer Schauspieler mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller geehrt worden – zur selben Zeit blieben Schwarzen in den USA noch viele elementare Rechte verwehrt.

Weitere Erfolge wurden der Krimi “In der Hitze der Nacht” und die Komödie “Rat mal, wer zum Essen kommt”. Später führte Poitier auch selbst Regie und spielte in Fernsehproduktionen mit. 2002 wurde er mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. 

2009 verlieh ihm Obama die Freiheitsmedaille des Präsidenten, die höchste zivile Auszeichnung für US-Bürger. Obama würdigte auf Twitter das “einzigartige Talent” Poitiers. Dieser habe in seinen “bahnbrechenden Rollen Würde und Anmut verkörpert” und “die Fähigkeit des Kinos offenbart, uns einander näher zu bringen”. Poitier habe “einer ganzen Generation von Schauspielern die Türen geöffnet”.

Stars wie Whoopi Goldberg, Oprah Winfrey, Denzel Washington, George Takei und Jeffrey Wright trauerten ebenfalls um Poitier. “Er hat uns gezeigt, wie man nach den Sternen greift”, schrieb Oscar-Preisträgerin Goldberg auf Twitter. “Es war eine besondere Ehre, Sidney Poitier meinen Freund nennen zu dürfen”, erklärte Oscar-Preisträger Washington. “Er war ein liebenswürdiger Mensch und hat uns allen Türen geöffnet, die jahrelang verschlossen waren”.

Bollywood-Star Anil Kapoor trauerte um sein “Kindheitsidol, lebenslange Inspiration und den Star einiger Lieblingsfilme”. Basketball-Legende Magic Johnson bezeichnete Poitier als einen “großartigen Freund”, von dessen “Anstand und Stil” er viel gelernt habe. 

Poitier war sechsfacher Vater und seit 1976 mit seiner zweiten Ehefrau Joanna verheiratet.

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